Wo ist meine Frau ?.

Einigen hab ich's schon gesagt, nun möchte ich es nicht versäumen, allen, den Verbleib meiner Frau kundzutun.

Ich hab eine gute, brilllante Idee; und denk drüber nach, wo ich geh, wo ich steh !

Es müßten die Frau'n, ob groß oder klein, gesetzlich gestattet versetzbar sein.

Z.Bsp. wenn einem die Frau nicht mehr paßt, was hie und da vorkommt - oder wenn man Sie haßt, weil Sie nicht mehr süß ist, nur mies ist und kalt, dann bringt Sie einfach zur Pfandleihanstalt.

Dort wird Sie gewogen, geprüft und geschätzt und dann in einen Winkel gesetzt.

Erleichtert geht man hinaus dann zu Tür und kriegt vielleicht gar noch 10 Mark dafür.

Ich seh es ja ein und sag es auch noch: Es ist zwar gemein - aber schön wär's, halt doch.

Und will man nach einem Jahr die Gebühr nicht bezahl'n, dann läßt man die Gattin ganz einfach verfall'n.

Es hilft kein Schimpfen, auch wenn Sie sich weigert, Sie wird an den Meistbietenden dann versteigert.

Zuerst wird Sie ausgestellt, so zirka acht Tag, da kann's jeder anschaun, so lang wie er mag. Der Preis steht dran angschrieb'n und - ohne Genieren - ein jeder, der will, kann mitlizitieren.

Und will sich der Mann etwas neues erstehn, kann er ja auch zur Versteigerung gehn.

Er findet dort Weiber ! von Rang und von Klasse, mutwillig versetzte, ganz sicher 'ne Masse. Schließlich liegt es klar auf der Hand: Eine Frau ist heut auch nur ein Wertgegenstand.

Dem einen ist Gold sie, dem anderen Nickel, jedenfalls ist und bleibt Sie ein Luxusartickel.

Doch - kommen wir zur Versteigerung zurück.

In Bündeln sortiert, so zehn um zehn Stück, die schwarzen, die braunen, die blonden,die roten, die kriegst du zum Schätzpreis da angeboten.

Man liefert sie dir sogar gratis ins Haus und daheim suchst in Ruh' du die beste dir aus.

Das allerdings kostet viel Müh und viel Zeit, denn, die erste ist ruhig und die zweite, die schreit.

Die dritte spielt täglich zehn Stunden Klavier, die vierte verlangt zuviel Liebe von dir.

Die fünfte ist reizbar, kokett und nervös und wenn du Sie anfäßt, wird sie gleich bös.

Die sechste hingegen hat ewig Migräne, die siebte ist falsch - auch die Haare und Zähne.

Die achte stürzt dich in Schulden und lacht, die neunte will Anseh'n, Reichtum und Macht.

Die zehnte will gar einen r i c h t i g e n Mann !

Doch keine ist drunter, die nen Knopf annäh'n kann.

Die richtige fehlt dir, das merkst du gar bald und Hörner kriegst auch, wie der Hirsch draus im Wald.

Nach drei Tagen hast du dein Schicksal verflucht und wehe, wenn eine zu kochen versucht, dann geht dir ein Licht auf und sieh, du erfahrst, was für ein Ochs und ein Trottel du warst, weil du deine Alte nicht besser geschätzt und Sie, wie ein Möbelstück, hattest versetzt.

Zum Schluß die Moral, ein Weiser schon sprach: " Es kommt in der Regel nichts besseres nach. "

Drum, Männer, merkt euch das Sprüchlein vor allen: versetzt eure Frauen - aber laßt Sie nicht verfallen !

Aus Erfahrung Euer Manfred F.